In einem Beitrag in der Sendung “Forschung aktuell” vom 05.06.2014 im Deutschlandfunk berichte ich von Kieselaglen in der Bionik-Forschung. Die harmonischen symmetrischen Strukturen von radiärstrahligen Kieselaglen, die einst schon Ernst Haeckel darstellte, dienen aktuell dem Meeresbiologen und Bioniker Dr. Christian Hamm vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven als Modellvorlagen für seine bionischen Entwicklungen. Er kann dabei aus der Fülle von über 100.000 Präparaten und Proben der Kieselalgensammlung des Instituts schöpfen, die ursprünglich aus dem Lebenswerk des Lehrers und Kieselalgenforschers Friedrich Hustedt hervorgegangen ist. In seinem Verfahren, das er “Evolutionary Light Structure Engineering” nennt, untersucht der Planktonforscher zunächst die Strukturen von Kieselalgen unter dem Mikroskop, um ihre Prinzipien dann auf seine technischen Produkte anzuwenden. So stehen mikroskopisch kleine Planktonorganismen Modell für bionische Armschienen, Leichtbau-Autofelgen, Kopfstützen und Weiteres, das sich noch in Entwicklung befindet.